Wie sichern wir unsere Qualität für den Patienten?
Zertifizierung
Das Darmzentrum besteht aus vielen mitwirkenden Fachkräften. Sie alle haben sich verpflichtet, Qualitätsansprüche zu erfüllen, die in den organisatorischen und tech-nischen Bereichen von der "Zertifizierungsnorm" DIN EN ISO 9001:2008 vorgegeben sind. Im medizinischen fachlichen Bereich sind dies die Leitlinien der Fachgesell-schaften, die für die Behandlung von Krebserkrankungen von der Deutschen Krebsgesellschaft gebündelt werden. Das Darmzentrum wird in einem Prüfverfahren vor Ort (einem Audit) überprüft, ob es den Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2008 und der Deutschen Krebsgesellschaft entspricht. Mit einem Zertifikat wird bestätigt, dass die Anforderungen erfüllt sind. In regelmäßigen Abständen wird die geforderte Qualität überprüft, Kritikpunkte oder Verbesserungsmöglichkeiten werden beim nächsten Audit (jährlich und nach 3 Jahren) speziell überprüft. Das Darmzentrum wird also in seiner Qualität und Leistungsfähigkeit von außen überprüft.
Interne Qualitätssicherung
Innerhalb der beteiligten Fachkräfte des Darmzentrums wird auch laufend die Sicherheit und Qualität der Patientenbetreuung überprüft. Die Einhaltung der vorgegebenen Standards muss dokumentiert werden. In Qualitätszirkeln werden diese diskutiert und optimiert. Auch die Behandlungsdaten und -ergebnisse unserer Patienten werden in Konferenzen diskutiert und mit den überregionalen Ergebnissen verglichen. So erreichen wir eine messbar gute Behandlungsqualität für unsere Patienten und für unsere Region, die auch mit anderen Zentren verglichen wird um die Strukturen des Darmzentrums Neumarkt permanant zu optimieren.
Aus-, Fort- und Weiterbildung
Alle beteiligten Fachkräfte müssen nachweisbare Spezialausbildungen auf ihrem Gebiet haben (z.B. der Chirurg eine spezielle Ausbildung in Darmchirurgie, der Endoskopiker eine hohe Untersuchungszahl als Maß der Erfahrung oder der Spezialist für die Chemotherapie (Onkologe) eine spezielle Zusatzausbildung neben der internistischen Grundausbildung). Auch die Pflege hat spezielle Qualifikationen wie Zusatzausbildungen in der Betreuung von Tumorpatienten oder der Betreuung von Patienten mit künstlichem Darmausgang oder Problemwunden. Diese speziellen Kenntnisse sind laufend durch Weiterbildung auf dem aktuellen Stand zu halten. Die im Zentrum arbeitenden in Weiterbildung befindlichen Kollegen werden an die standardisierten Behandlungskonzepte herangeführt und insbesondere die wöchentliche Tumorkonferenz dient auch der Weiterbildung der jungen Kollegen. Regelmäßige vor Ort organisierte Fortbildungen für Ärzte z.T. auch mit hochkarätigen externen Referenten, ergänzen das Informationsangebot.
Dokumentation von Patientendaten
Alle Beteiligten verpflichten sich zu einer umfassenden gegenseitigen Information über die Patientenbefunde. Dies alles geschieht aber unter sorgfältiger Beachtung der ärztlichen Schweigepflicht nach außen hin. Alle Informationen über das Tumorgeschehen der Patienten werden im Darmzentrum zentral und für Zugriff von außen geschützt zusammengetragen und gespeichert. Wir ergänzen diese Daten um jährliche Verlaufsdaten der Patienten, die wir von den Hausärzten bekommen. Aus diesen Daten erarbeiten wir Statistiken, die uns über die Qualität unserer Behandlung Informationen geben. Alle Tumordaten werden auch überregional im Tumorzentrum der Universität Regensburg zusammengetragen, in dem wir Mitglied sind. Auch hier findet regelmäßig gegenseitige Information statt. Diese Daten geben wichtige Auskünfte über Entwicklungen von Tumorerkrankungen und deren Behandlung in der Bevölkerung. Der Patient selbst erhält nach der Operation einen Tumorpass, in dem die wichtigsten Informationen über seine Erkrankung stehen. Darin werden weitere Behandlungsmaßnahmen und die Ergebnisse der Nachsorgetermine notiert. Wenn dieser Pass sorgfältig geführt wird, hat der Patient für den Fall der Fälle immer alle notwendigen Informationen bei sich.
Studien
Um medizinischen Fortschritt zu ermöglichen und auch daran teilzuhaben, ist die Medizin gezwungen, ihre Behandlungsmaßnahmen zu überprüfen und mit neueren Möglichkeiten zu vergleichen. Ein Darmzentrum ist verpflichtet sich an diesen wissenschaftlichen Untersuchungen (Studien) und der Patientenbetreuung für diese Untersuchungen teilzunehmen. Daher streben wir in Absprache mit der Deutschen Krebsgesellschaft, den Fachgesellschaften und den Universitäten danach, uns mit unseren Patienten an solchen Studien zu beteiligen. Die Teilnahme eines Patienten an einer solchen Studie kann zum Beispiel bedeuten, dass er einer besonderen, neuen Behandlung unterzogen wird. Natürlich nach intensiver Aufklärung, unter sorgfältiger Überwachung und nur mit seinem Einverständnis. Diese neuere Behandlung wird meist mit der besten, bisher bekannten Behandlungsmethode, dem Standard, verglichen und ist in der Regel mindestens so gut und sicher, vielleicht aber eben auch noch besser. So wird Deutschlandweit oder international versucht den Fortschritt in der Medizin durch die Beteiligung der vor Ort beteiligten Spezialisten zu erreichen. Falls Patienten aus unserem Darmzentrum an solchen Studien teilnehmen, haben wir ein spezielles Studiensekretariat mit einer Fachkraft, die die Datensammlung und ggf. Betreuung der Patienten ermöglicht.
Hier finden Sie eine Studienübersicht des Darmzentrums Neumarkt.
Wo kann man sich sonst noch Rat über diese Erkrankung holen?
Wir haben in unserem Darmzentrum eine Reihe von Spezialisten mit eingebunden, vom Hausarzt über den Magen-Darm-Spezialisten bis zur Psychologin. Es gibt spezielle Hilfe in Verbandstechniken oder der Versorgung des künstlichen Darmausgangs. Hier gibt es eine bundesweite Organisation ( www.ilco.de ), die mit regionalen Treffen und Kontaktpersonen Hilfe vor Ort bietet. Pflegefachkräfte, Psychologen, Sanitätshäuser und home-care-Firmen unterstützen den Patient und seine Angehörigen. Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen stehen Schmerztherapie, Palliativstation und Hospiz zur Unterstützung beriet. All diese weiteren unterstützenden Gruppen und Fachkräfte sind über die Kontaktadresse "Darmsprechstunde" zu erfragen. Wir helfen auch telefonisch und stellen gerne notwendigen Kontakt, auch in außergewöhnlichen Situationen her. Natürlich gibt es eine Reihe von Internet-Seiten, die weitere Informationen und Unterstützung bieten. Wir haben diese in den Links zusammengefasst.
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