Der Schmerz ist, wie in der Definition der Weltschmerzorganisation IASP (International Association for the Study of Pain) beschrieben, ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist.
Akuter Schmerz
Entwicklungsbiologisch stellt der Schmerz eine biologische Reaktion auf schädigende Einwirkungen dar und gilt somit als Warnsignal, um das Überleben zu sichern. Diese Art von Schmerz wird dem akuten Schmerz zugeordnet und limitiert sich, sobald die Ursache geheilt und beseitigt worden ist.
Chronische Schmerzen
Davon zu unterscheiden sind Schmerzen, die lang anhalten oder häufig wieder auftreten, zum großen Teil auch, obwohl die Ursache, wie die Gewebeschädigung nicht mehr vorhanden ist. Der Schmerz hat hiermit häufig seine biologische sinnvolle Funktion als Warnsignal verloren.
Mehr als 12 Millionen Menschen sind in Deutschland laut der Deutschen Schmerzgesellschaft von chronischen Schmerzen betroffen, also Schmerzen die länger als drei Monate anhalten. Der Schmerz ist bei diesen Menschen kein sinnvolles Alarmzeichen für einen körperlichen Schaden, sondern hat sich verselbstständigt und ist zum eigenständigen Krankheitsbild geworden. Häufig sind chronische Schmerzen durch medizinische Untersuchungsverfahren nicht vollständig erklärbar, sie sind dennoch „echt“. Es besteht also kein zwingender Zusammenhang zwischen auffälligen bzw. unauffälligen Untersuchungsbefunden und den Schmerzen.
Warum ein bestimmter Anteil der Menschen chronische Schmerzen entwickelt und ein anderer mit vergleichbarer Ausgangslage nicht, versucht man immer wieder in Studienlagen zu beleuchten. Hierbei wird deutlich, neben einer gewissen genetischen Veranlagung tragen vor allem auch psychosoziale Faktoren einen großen Anteil zur Entwicklung der chronischen Schmerzen bei. Nicht nur körperliche Ursachen ihrer Schmerzen (zum Beispiel Verschleiß von Gelenken oder andere chronische Erkrankungen, wie die Zuckerkrankheit) können mögliche Taktgeber einer chronischen Schmerzerkrankung sein, sondern auch Vorerkrankungen wie Ängste, Depressionen oder Faktoren wie das soziale Umfeld und die berufliche Situation.
All dies, wie auch kulturelle Hintergründe, lassen sich anhand des biopsychosozialen Modells genauer erläutern und machen deutlich, wie diese Umstände sich auch gegenseitig beeinflussen können. Das ist auch eine mögliche Erklärung, weshalb häufig unimodale Therapien zu keinem ausreichenden Erfolg führen. Hier kommt die multimodale Schmerztherapie ins Spiel, wobei der Schmerz von unterschiedlichen Seiten angegangen wird.